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Kunstwerk
Zum Künstler
Jessica Russ
Nyon, 1988

Ausgesprochen systematisch zeigen sich die Gemälde von Jessica Russ (*1988 in Nyon, lebt und arbeitet in Lausanne). Auch ihr künstlerischer Prozess setzt sich mit der Schichtung spezifischer Farben auseinander, deren grafische Präzision jedoch die tatsächliche Entstehung mittels Pinsel und Acrylfarbe beinahe zu leugnen scheint. Während die Künstlerin ihre Gemälde zuerst digital jenseits des Malateliers recherchiert und erstellt, überträgt sie in einem weiteren Schritt die Formen auf die Leinwand. Auch hier greift ein Element des Zufalls ein, denn die spezifischen Farben schöpft Jessica Russ jeweils aus den Resten der Mischungen ihrer vorhergehenden Bilder. Fragmente verschiedener Körper treffen auf einzelne ausschnitthafte, gleichermassen organische wie geometrische Gebilde – einer Art geistigen Landschaft gleich, die stets zwischen Abstraktion und Figuration fluktuiert. Die oftmals wiederkehrenden Formen werden von subtilen Linien überlagert. Sanft streifen sie durch die Bilder, als würde die Künstlerin damit ihre eigenen Gemälde im Sinne eines unbekannten Geländes näher erkunden. Bestimmte Bereiche auf der Leinwand werden zusätzlich umrissen, während sich die Linie an manchen Stellen verselbstständigt und neue Konturen formt. Die rigide Flächigkeit wird auf diese Weise mit den dynamischen Impulsen der Linie herausgefordert. So setzt Jessica Russ zwei Bewegungen, zwei Dimensionen und zwei Zeiten in ein farbgeballtes Gleichgewicht.

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