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showroom curated by

GUSCH DÜSSELDORF

15.04. – 04.09.2021
Rämistrasse 3, Zürich

Die durch GUSCH DÜSSELDORF kuratierte Auswahl an Kunstwerken und ikonischen Stühlen von KünstlerInnen und DesignerInnen der Nachkriegszeit in unserem Showroom in Zürich wird bis am 4. September 2021 verlängert. GUSCH DÜSSELDORF ist eine der führenden Galerien Deutschlands für exklusive Möbel und Designobjekte.

Max Bill
Alighiero Boetti
Georges Candilis
Tony Cragg
Günther Förg
Frank O. Gehry
Richard Long
François Morellet
Louise Nevelson
Jean Prouvé
Gerhard Richter
Gerrit Rietveld
Ed Ruscha
Lawrence Weiner

GUSCH

Tony Cragg
Die Skulptur Luke des britischen Bildhauers Tony Cragg ist Teil der Werkgruppe Rational Beings – säulenartige Gebilde, die zugleich einen figurativen und geometrischen Charakter besitzen. In diesen Arbeiten tauchen Profile aus der Oberfläche auf und verschwinden wieder und führen so zu einem neuen abstrahierten Verständnis der menschlichen Figur. Der Künstler selbst äusserte sich zu dieser Serie folgendermassen: «Das Hauptanliegen in diesen Arbeiten ist die Beziehung zwischen dem, was wir geometrisch nennen und dem, was wir organisch nennen. Beides sind ästhetische Beschreibungen der physischen Welt. Die menschliche Figur ist offensichtlich eine organische Form, aber es gibt viele Geometrien in ihr – unsere Organe, Knochenstruktur, Zellen und Moleküle.»

Günther Förg
In den 1990er Jahren begann Günther Förg grossformatige Fenster- und Rasterbilder mit hastig gezeichneten Pinselstrichen zu schaffen. Dabei trug er nuancierte und verblasste Farben auf Leinwand und Papier auf und schuf so geometrische Architekturen. In diesen Rasterbildern setzt sich Förg mit den Begriffen Konstruktion und Organisation auseinander und veranschaulicht das Wesen von Ordnung und rationaler Harmonie einer modernen Architektur. Mit den sich wiederholenden Linien und Mustern in seinen Gemälden fügt Förg der formalen Abstraktion seiner Architekturfotografien eine konzeptuelle Ebene hinzu.

Max Bill
Der Ulmer Hocker zählt zu den bekanntesten Arbeiten des Schweizer Architekten und Künstlers Max Bill. 1954 wurde das Designermöbel an der Hochschule für Gestaltung Ulm in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Architekten Hans Gugelot entworfen. Formal entspricht der Ulmer Hocker dem traditionellen Tapezierhocker. Das Gestell besteht aus drei Brettern. Die Sitzfläche und beide Seitenwände sind aus Fichtenholz gearbeitet, der Querrundstab aus Buchenholz. Sämtliche Holzoberflächen sind unbeschichtet. Der Ulmer Hocker hat viele Verwendungsmöglichkeiten, so etwa als Sitzmöbel, Beistelltisch, Rednerpult, oder Teil eines Regals. An der Hochschule war der Hocker Teil jedes Seminar-, Ess- und Wohnraums und wurde daher zu ihrem Symbol.

Louise Nevelson
Schwerpunkt im Œuvre der amerikanischen Künstlerin Louise Nevelson bilden grosse, relief- und stelenartige Assemblagen aus Möbelfragmenten und Holzabfällen, die in der Regel schwarz übermalt wurden. Die nach vorne offenen Holzkästen, setzte Nevelson zu architektonischen Gebilden zusammen und befüllte sie mit Fundstücken aller Art – Stuhllehnen, Bettpfosten, Türklinken oder Abfallprodukten. Im neuen Zusammenhang des Kunstwerks entfalten die Überbleibsel der Kulturgesellschaft eine neue, eigene Poesie. «Ich liebe es, Dinge zusammenzusetzen. Mir ist klar geworden, dass die Collage meine Art zu denken ist.»

Alighiero Boetti
Alighiero Boetti schloss sich Anfang der 1970er Jahre der Arte Povera Bewegung an, eine Kunstströmung in der bevorzugt mit gewöhnlichen und alltäglichen Materialien experimentiert wurde. Zeitgleich entwickelte Boetti ein besonderes Interesse für die orientalische Kultur und reiste regelmässig nach Afghanistan, wo er seine berühmten Stickbilder anfertigen liess. Die Produktion dieser Stickereien wurde bis zu seinem Tod 1994 fortgeführt.

Ausstellungsansicht
Ausstellungsansicht

Jean Prouvé
Jean Prouvé liess sich durch die Architekten der Avantgarde inspirieren und vertrat eine Vorstellung von Design als moralische Aufgabe. Als einflussreicher Designer, Architekt, Ingenieur und Lehrer spielte er im 20. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Massenproduktion in der Nachkriegsmoderne. Metall war für den gelernten Kunstschmied der bevorzugte Werkstoff. Mit Hilfe seiner profunden Materialkenntnisse und dem geschickten Einsatz von Verbindungstechniken gelang es ihm jedoch auch Holz auf raffinierte Weise in seinen Möbeln zu integrieren. Für ihn kennzeichnend ist der grossflächige Einsatz der Materialien und die visuelle Sichtbarmachung der auftretenden, physikalischen Kräfte.

François Morellet
François Morellet setzt sich in seinem Werk vor allem mit Malerei, Lichtkunst, Kinetischer Kunst und Bildhauerei auseinander. Seine Arbeiten werden dem Minimalismus und der Konkreten Kunst zugeordnet und beruhen auf einer strikt rationalen Anwendung mathematischer Systeme kombiniert mit einer humorvollen Verspieltheit. Gitter- und Flächenstrukturen sowie lineare Anordnungen kennzeichnen sein Werk.

Gerrit Rietveld
Gerrit Rietveld war einer der wichtigsten Designer und Architekten des 20. Jahrhunderts. Als gelernter Schreiner schloss der Niederländer sich schon früh der De Stijl-Bewegung an. Ab 1918 widerspiegeln seine Werke die künstlerischen Ideale der Künstlergruppe. Abstrakte Kompositionen aus Linien und Flächen, vorwiegend in Schwarz, Weiß, Grau und den Primärfarben Gelb, Rot und Blau, waren kennzeichnend für den Künstler. Auf der Suche nach Möglichkeiten, seine radikalen ästhetischen Vorstellungen weiterzuentwickeln, wandte sich Rietveld jedoch bald von der De-Stijl-Ästhetik ab und experimentierte bis Ende der 1930er Jahre mit innovativen Materialien wie Schichtholz und Aluminium. Aus diesen Experimenten ging letztlich der legendäre Zig-Zag Stuhl hervor.

Lawrence Weiner
Der amerikanische Bildhauer und Konzeptualist Lawrence Weiner bezeichnet Sprache als sein Medium. «Ich bin in einer Stadt aufgewachsen, in der ich die Wände gelesen habe; ich lese immer noch die Wände. Ich liebe es, Arbeiten von mir auf Wände zu bringen und die Leute sie lesen zu lassen. Einige werden sich daran erinnern, und dann kommt jemand anderes und schreibt etwas anderes darüber. Es wird eher zur Archäologie als zur Geschichte.» Weiners Arbeiten existieren nur als Sprache und können in jeder Form ausgestellt werden. Seine Texte erscheinen an Wänden und Fenstern von Galerien und im öffentlichen Raum, auf Leinwänden und Papier, als Audioaufnahmen und Videos, in gedruckten Büchern und Postern, gegossenen oder geschnitzten Objekten, Tattoos, Graffiti, usw.

Frank O. Gehry
Anfang der 1970er Jahre entwarf Frank O. Gehry die Easy Edges-Kollektion – einer Gruppe von siebzehn Pappmöbeln, die den kanadischen Architekten weltweit berühmt machte. Hergestellt aus geschichteter Wellpappe, verkörpert dieser Stuhl die ästhetische Kombination eines rohen, gewöhnlichen Materials mit modernem, geometrischem Design. «Eines Tages sah ich vor meinem Büro einen Stapel Wellpappe – das Material, das ich für den Bau von Architekturmodellen bevorzuge – und ich begann, es mit einer Handsäge und einem Taschenmesser zu Formen zu verarbeiten.» Das Ergebnis war ein überraschend robustes, industrielles und doch ökologisch bewusstes Möbelstück, das in seiner Verwendung eine edle Textur entwickelte. Durch die innovativen Experimente im Möbeldesign und seine prozessualen Auseinandersetzungen erhielt Gehry den Ruf als Pionier auf dem Gebiet der modernen Architektur.

Ed Ruscha
Los Angeles und die amerikanische Werbekultur prägten das Werk Ed Ruschas massgeblich. Seine Arbeiten zeigen oftmals Darstellungen des urbanen Lebens und westlicher Landschaften in Verbindung mit Typografie. Die witzige und rätselhafte Verwendung von Text in seinem Werk wurde für Ruscha kennzeichnend. Er spielt in einer humorvollen und ironischen Weise auf die Mythen der kommerziellen Kulturen sowie des städtischen Lebens an und schöpft dabei die Unmittelbarkeit der Sprache gänzlich aus.

Georges Candilis
Ab 1945 war der griechische Architekt und Designer Georges Candilis im Atelier von Le Corbusier tätig, woraufhin bedeutende Kollaborationen realisiert wurden. Zusammen mit der finnischen Designerin Anja Blomstedt entstand eine Kollektion unter dem Namen Sentou. Die robusten Möbel sollten leicht zu demontieren und transportieren sein. Das Ziel Candilis’ war es stets seine Entwürfe den sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der benachteiligten Bevölkerungsschicht anzupassen und den Menschen ins Zentrum zu stellen. «Der Respekt hat keine Formel, kein Rezept. Es ist das Gefühl, das Architekten bei ihren Kunden haben müssen; wenn die Konstruktion materielle Befriedigung geben kann, muss die Architektur darüber hinaus etwas bringen: die Würde und die Freiheit.»

Gerhard Richter
1969 schuf Gerhard Richter eine Serie von neun Offsetdrucken auf Karton, die auf Fotografien von selbstgebauten Holzobjekten basieren. Sie zeigen geometrische Holzkonstruktionen, die als unmögliche Objekte mit optischen Täuschungen erscheinen. In einem Interview äußerte sich der Künstler 1972 zum Verhältnis von Realität und Täuschung: «Ich misstraue nicht der Realität, von der ich ja so gut wie gar nichts weiss, sondern dem Bild von Realität, das uns unsere Sinne vermitteln und das unvollkommen ist [...]».

Ausstellungsansicht