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Intro

George Grosz

Berlin, 1893 — 1959

George Grosz (26.7.1893, Berlin – 6.7.1959, Berlin) war ein deutsch-amerikanischer Künstler, der als Mitbegründer des Dadaismus gilt, und zu den bedeutendsten Vertretern der Neuen Sachlichkeit zählt. George Grosz, als Georg Ehrenfried Groß am 26. Juli in Berlin geboren, wuchs mit seiner Mutter in Berlin und Stolp auf. Auf den Rat eines Cousins begann er schon früh Malstunden zu nehmen. Nach dem Schulabschluss besuchte Grosz die Königlich Sächsische Kunstgewerbeschule in Dresden, wo er Otto Dix begegnete. 1912 erhielt er ein Stipendium für ein Studium an der Berliner Kunstgewerbeschule. Hier lernte er die europäische Kunstszene kennen, fand künstlerische Inspiration und verkehrte im Vergnügungsviertel der Berliner Boheme. Es folgten Reisen nach Paris und erste Unterrichtsstunden im Aktzeichnen. Im Ersten Weltkrieg meldete sich George Grosz als Freiwilliger, wurde jedoch als untauglich ausgemustert.

Das Elend des Krieges weckte in Grosz einen ausgeprägten Pazifisten, der mit seiner Kunst unverblümt die Gesellschaft kritisierte. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine brutale Direktheit, karikaturartige Figuren sowie schaudernde Gewaltdarstellungen aus. Als Kriegsgegner änderte er 1916 seinen Namen zu George Grosz und brachte somit seine Abneigung gegenüber des “Deutschseins” sowie des Patriotismus zum Ausdruck. Parallel zur dadaistischen Bewegung in Paris, organisierte Grosz mit Richard Huelsenbeck ab 1917 Dada-Abende in Berlin, was 1920 in der Ersten Internationalen Dada-Messe mündete. Grosz wurde künstlerisch immer politischer und provokativer und verwendete dafür verschiedenste Medien und Materialien. So thematisierte er etwa die deutsche Kriegsniederlage, die Novemberrevolution oder die Inflation. Ein Lehrauftrag in New York veranlasste ihn wenige Tage vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus Deutschland auszuwandern. Seine Werke wurden als “entartete Kunst” verkannt und teilweise vernichtet. In den USA wandelte sich der anklagende Künstler zu einem Maler mit vornehmlich dekorativen und harmonischen Sujets. Das neue Leben führte zu einer inneren Zerrissenheit, die von Depressionen und Alkoholismus begleitet wurde. Nur wenige Wochen vor seinem Tod kehrte er nochmals nach Berlin zurück, wo er an den Folgen des Alkoholkonsums am 6. Juli 1959 verstarb.

 

Ausstellungen (Auswahl)

2014 George Grosz. Der grosse Zeitvertreib, Museum Kunstpalast, Düsseldorf.
2010 George Grosz. Korrekt und Anarchisch, Akademie der Künste, Berlin.
2009 George Grosz – Die Jahre in Amerika, 1933–1958, Galerie Judin, Berlin.
1995 George Grosz. Berlin – New York, Neue Nationalgalerie, Berlin, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf.

Literatur (Auswahl)

Alexander Kluy: George Grosz. König ohne Land. Biographie, München 2017.
Birgit Dalbajewa (Hg.): Neue Sachlichkeit in Dresden, Dresden 2011. Ivo Kranzfelder: George Grosz 1893–1959, Köln 1999.
Uwe M. Schneede: George Grosz. Der Künstler in seiner Gesellschaft, Köln 1975.

Kunstwerke